Sachsens Waldbesitzer wollen wieder mehr Holz schlagen



Forstminister Frank Kupfer hat gestern (28. Oktober 2009) gemeinsam mit Vertretern des Staatsbetriebes Sachsenforst sowie kommunalen, kirchlichen und privaten Waldbesitzern im Forstbezirk Bärenfels (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) die neue Holzeinschlagssaison eröffnet. In den kommenden Wochen werden wieder verstärkt Forstwirte landesweit mit ihren Motorsägen oder Vollerntemaschinen unterwegs sein und hiebsreifes Holz ernten oder Waldbestände pflegen. „Wegen der sogenannten Saftruhe bei den Bäumen sind die Spätherbst- und Wintermonate besonders gut für Fällarbeiten geeignet. Während dieser Ruhephase ist der Transport von Nährstoffen von der Wurzel in die Krone unterbrochen. Das Holz besitzt weniger Saft , arbeitet nach dem Schlagen nicht so stark und lässt sich so besser weiterverarbeiten“, erklärt der Minister.

Insgesamt werden in diesem Jahr in Sachsens Wäldern rund 2 Millionen Kubikmeter Holz eingeschlagen. Die Hälfte davon im Landeswald (2008 = 0,74 Millionen m3). Davon sind rund zwei Drittel Sägeholz (Bau- und Furnierholz), etwa 25 Prozent Industrieholz (für die Spanplatten-, Holzschliff - oder Zellstoffherstellung) sowie 10 Prozent Brenn- und Restholz. „Trotzdem nutzen wir in Sachsen gerade einmal die Hälfte der Menge, die in unseren Wäldern jedes Jahr nachwächst“, betonte Kupfer. Der jährliche Holzzuwachs beträgt insgesamt rund 4 Millionen Kubikmeter. Damit befinden sich derzeit rund 126 Millionen Kubikmeter Holz in den sächsischen Wäldern. Das entspricht 262 Kubikmeter Holz pro Hektar. „Wir haben damit noch viel Potenzial. Die Nachhaltigkeit bleibt für unsere Forstwirtschaft natürlich oberste Priorität, eine stärkere Nutzung des Rohstoffes Holz macht aus vielen Gründen dennoch Sinn. Sie sichert Arbeitsplätze und schützt unsere Umwelt“, so Kupfer weiter.

Rund 33 000 Menschen in über 3 000 kleinen und großen Betrieben erwirtschaften in der sächsischen Forst- und Holzwirtschaft rund 3,5 Milliarden Euro im Jahr, rund vier Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts im Freistaat, Tendenz steigend. „Nachdem im 1. Halbjahr dieses Jahres die Lage auf den nationalen und internationalen Holzmärkten ausgesprochen schwierig war, hat in den letzten Wochen wieder eine Belebung der Nachfrage eingesetzt“, beschreibt der Minister die Situation auf dem Holzmarkt.

Ursachen sind vor allem die lange Einschlagszurückhaltung aller Waldbesitzer aufgrund gesunkener Preise und die dadurch stark abgebauten Lager, die nun wieder aufgebaut werden müssen. Außerdem steigt die Nachfrage im Säge- und Industrieholzbereich wieder an. Dazu kommen die ersten positiven Auswirkungen der Konjunkturpakete.

Außerdem sprach sich Kupfer heute erneut für eine engere Zusammenarbeit der einzelnen Waldbesitzer aus. „Immerhin befinden sich 61 Prozent des sächsischen Waldes in privatem oder kommunalem Besitz. Die insgesamt 85 000 Eigentümer haben im Schnitt nur 2,8 Hektar Wald . Da gilt es, Kräfte zu bündeln, Synergien zu schaffen und gemeinsam nachhaltige Strategien sowie Kooperationsmöglichkeiten festzulegen. So wie es uns mit dem Start der „Clusterinitiative Forst & Holz“ vor einem Jahr bereits gut gelungen ist“, sagte der Minister.

Auch die weitere Leistungen des Waldes, die sich nicht unmittelbar in einem Geldwert ausdrücken lassen hob der Minister hervor: „Die Fähigkeit, ständig nachzuwachsen und dabei fortwährend Kohlendioxid zu speichern, macht Holz zu einem einzigartigen Klimaschützer“, sagte Kupfer. Eine einzige 200-jährige Buche bindet pro Tag etwa sechs Kilogramm Kohlendioxid und gibt dabei fünf Liter Sauerstoff ab. Waldbäume sorgen so dafür, dass das aufgenommene Kohlendioxid der Atmosphäre langfristig entzogen und gebunden wird. Nach der Nutzung wird der Kohlenstoff dauerhaft in den Holzprodukten gespeichert. „Der Einsatz von Holz zur Energiegewinnung ist ökologisch und ökonomisch ebenfalls sinnvoll. Ein Kubikmeter Brennholz hat die gleiche Heizleistung wie 250 Liter Öl und erspart die Freisetzung von rund 700 Kilogramm fossilem Kohlendioxid“, so der Forstminister abschließend.

Autor:
Holzi am 29. Okt. 2009 um 06:59 Uhr
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