Tannenbäume werden knapp: Weihnachten unterm Laubbaum?



WeihnachtslaubbaumDer Laubbaum als Tannenbaumersatz zu Weihnachten ist eine Provokation. Dennoch hat sie einen durchaus ernsten Hintergrund: Der vor Jahrzehnten aus rein ökologischen Gründenbegonnene Umbau des Waldes hin zu mehr Laubholz führt dazu, dass der Anteil junger Nadelbäume stark zurückgeht.

„Unsere Gesellschaft braucht das Nadelholz“, fordert Michael Funk, Vorstandssprecher der
Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR). „Der Waldumbau hin zu stabileren Mischwäldern ist richtig – orientiert sich aber zu einseitig an ökologischen Aspekten. Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung bedeutet jedoch auch, langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und ein bedarfsgerechtes Holzvorkommen für nachfolgende Generationen zu sichern“, betont Funk.

Laut AGR fehlen den Unternehmen zunehmend ausreichende Mengen Nadelbäume für die Herstellung von Produkten für den Möbel-, Haus- und Wohnungsbau sowie für Papier und Zellstoff. „Laubhölzer sind in ihren Eigenschaften längst nicht so vielseitig wie Nadelholz“, erklärt
Michael Funk. Im Gegensatz zu seinem Laub-Pendant ist Nadelholz oft leichter und gleichzeitig sehr tragfähig. Zwischen 70 und 90 Prozent beträgt der Nadelholzanteil in den gängigsten Holzerzeugnissen wie Holzwerkstoffen und Bauholz. So können beispielsweise Dachstühle bei Häusern oder Masten im Schiffsbau nur aus Nadelholz hergestellt werden. Auch die Papier- und Zellstoffindustrie ist bei der Herstellung von hochwertigen Papieren, beispielsweise für Hochglanzmagazine, auf die Holzfasern von Fichte, Kiefer und Co. angewiesen.

„Der sich abzeichnende Rückgang der Nadelholzanteile in deutschen Wäldern entspricht einfach nicht dem aktuellen und zukünftigen Bedarf“, warnt Funk. „Wir müssen solche Fehlentwicklungen rechtzeitig korrigieren, um Arbeitsplätze und Steueraufkommen in Deutschland zu halten“, so Funk weiter. Im Namen der AGR fordert der studierte Forstwissenschaftler: „Waldumbaumaßnahmen müssen sich über ökologische Aspekte hinaus an den marktseitigen Bedürfnissen orientieren und ein Portfolio an verschiedenen Baumarten schaffen, das den gesellschaftlichen Ansprüchen gerecht wird.“

Autor:
Holzi am 21. Dez. 2010 um 14:53 Uhr
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