Den Borkenkäfer im Visier



Landesbetrieb Wald und Holz NRW überwacht den Flug von Buchdrucker und Kupferstecher

LockstofffalleBald fliegen sie wieder. Wenn die Temperaturen im April auf stabile 16° C steigen, werden Borkenkäfer munter. Im Jahr nach dem großen Kyrill-Windwurf erfahren die Käfer auch besonders große Aufmerksamkeit durch die Forstleute. Über Lockstofffallen wird der Käferflug beobachtet und bereits jetzt schon Strategien zu seiner Abwehr entwickelt.

„Wie für Borkenkäfer typisch, hängt viel vom Witterungsverlauf ab“, erklärt der Leiter des Landesbetriebes Wald und Holz NRW Frank-Dietmar Richter. „Wir rechnen mit ersten Buchdruckern und Kupferstechern frühestens ab Mitte April“, prognostiziert Richter den Beginn der Flugzeit und die millimetergroße Gefahr für den Wald. Denn die unter der Rinde oder in der Streu wach werdenden Käfer suchen neben einem Geschlechtspartner auch bruttaugliches Fichtenholz. Davon ist seit dem Orkan Kyrill im vergangenen und den Stürmen in diesem Jahr reichlich vorhanden. Insbesondere die kleinflächigen und oft verstreuten Schäden durch den Sturm Emma Anfang März müssen schnell beseitigt werden, damit die Stämme nicht zu Verteilzentren für Borkenkäfer werden. Auch die in den letzten Wintermonaten aufgearbeiteten Kyrill-Fichten eignen sich als Käferbrutplatz.

„Der Wechsel des Befalls vom liegenden Holz in noch lebende Bäume muss möglichst verhindert werden“, beschreibt Richter die Strategie der Förster und Waldbesitzer gegen die Käfer. Die Intensität des Käferflugs der gefährlichen Arten Buchdrucker und Kupferstecher wird über ein landesweites Überwachungsnetz mit Lockstofffallen beobachtet. Darüber hinaus haben Förster und Waldbesitzer die kritischen Bereiche, insbesondere die Ränder der Windwurfflächen im Auge. Wenn Fichten erste Kampfspuren mit den Käfermassen wie Bohrmehl, Harz und Spechteinschläge auf der Rinde zeigen oder ihre Niederlage durch braune Nadeln erkennbar wird, müssen die befallenen Bäume schnell gefällt, aus dem Wald heraus gefahren oder geschält werden. Am Waldweg lagerndes, frisches Nadelholz kann durch die tiefen Gänge des Gestreiften Nutzholzborkenkäfers geschädigt werden.

Aufgrund des verregneten Sommers hat das Käfer-Monitoring im Jahr 2007 nur einen geringen Flugverkehr festgestellt. Erfahrungen aus den Windwurfkatastrophen der Vergangenheit zeigen, dass die Überwachung und Gegenmaßnahmen auch in den nächsten Jahren notwendig sein werden.

Autor:
Holzi am 12. Apr. 2008 um 06:03 Uhr
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