Labor für Materialprüfung auf dem neuesten Stand der Technik



Leiter des Zentrallabors für Materialprüfung Professor LepsDas zentrale Materialprüflabor der Hochschule Rosenheim zählt seit August 2011 zwei Prüfmaschinen mehr: Neben den vorhandenen Geräten und Maschinen stehen nun eine weitere Universal-Zug-Druck-Prüfmaschine und eine moderne Pendelschlageinrichtung zur Verfügung. Die Erweiterung des Labors für Materialprüfung ermöglicht eine zeitgemäße Ausbildung der Studierenden an modernen Maschinen und den Ausbau der Zusammenarbeit mit Partnern aus der Industrie.

„Die große Nachfrage nach einem Studium an der Fakultät für Holztechnik und Bau und die verstärkten Forschungen im Materialbereich haben die Investitionen erforderlich gemacht“ begründet Professor Torsten Leps, Leiter des Zentrallabors für Materialprüfung die Neuanschaffungen. „Das Labor erstreckt sich nun über zwei Räume, so dass Praktika und Forschung oder zwei Lehrveranstaltungen parallel durchgeführt werden können“ freut sich der Professor für Werkstoffkunde, Produktprüfung und Entwicklung. Die Prüf- und Entwicklungsaufträge von Seiten der Industrie gehen von der Stabilität von Kunststoff-Verschweißungen über Festigkeiten von Kantenmaterialien an Leichtbauplatten bis hin zur Einprüfung von neuen oder modifizierten Holzarten. Dank der Erweiterung des Zentrallabors für Werkstoffprüfung können nun mehr Anfragen wahrgenommen werden.

Mit der neuen Universal-Prüfmaschine sollen neben den üblichen Zugprüfungen für Stahl und Kunststoffe vornehmlich Holz, Holzwerkstoffe und Holz-Kunststoff-Komposite geprüft werden. Hierfür wurde extra eine neue Biegevorrichtung an die Prüfmaschine angepasst. „Mit den neuen Probenhaltern sind Prüfungen an sehr dünnen Materialien wie Folien und flächigen Verstärkungselementen möglich. Der Prüfraum der Maschine wurde so ausgelegt, dass eine Nachrüstung für eine Temperaturkammer möglich ist. Die Prüfungen im Temperaturfeld sind vor allem bei Materialprüfungen und -optimierungen an Holz-Kunststoff-Kompositen von Belang“ führt Leps aus.

Das neue Pendelschlagwerk ist mit seiner Ausrichtung auf Holz-Materialien einzigartig und verspricht einigen Erkenntnisgewinn. „Die Kenntnisse über dynamische Eigenschaften von Holz und Holzwerkstoffen sind, im Gegensatz zu Stählen und Kunststoffen, noch nicht ausreichend“ weiß Leps. “Doch gerade das dynamische Verhalten von Materialien ist bei Produkten im Automobilbau und Elektronikartikeln sehr wichtig. Wenn der Holzeinsatz in diesen Bereichen auf Grund der Verknappung und Verteuerung von Kunststoffen wieder steigen soll, sind umfangreiche Arbeiten zur Ermittlung der Kennwerte an Holz, Holzwerkstoffen und Holz-Kunststoff-Kompositen erforderlich“, so der Laborleiter.

Bei Projekten, für die eine einfache Prüfung des Materials nicht ausreichend ist, da die Werkstoffe optimiert und weiterentwickelt werden müssen, werden oftmals Studierenden einbezogen. Entwicklungsarbeiten in dieser Form sind fester Bestandteil des Studiums an der Fakultät für Holztechnik und Bau und nehmen einen hohen Stellenwert ein. Auch die Abschlussarbeiten - Bachelor-, Diplom- oder Masterarbeiten - werden grundsätzlich in Zusammenarbeit mit der Industrie durchgeführt. Die Aufgabenstellungen beinhalten zahlreiche Arbeiten zur Materialentwicklung oder zur anwendungstechnischen Prüfung der Eignung von Materialien – z.B. die Eignungsprüfung und Entwicklung von Verbindungsmitteln für Windkrafttürme aus Brettsperrholz. In einer Forschungsarbeit zu leichten Sandwichplatten im Möbelbau dagegen wurden Prüfmethoden erarbeitet und festgelegt. Aktuell werden in enger Zusammenarbeit mit dem Labor für Möbeltechnik, -konstruktion und -prüfung neue Möbelmaterialien entwickelt, als Industriepartner stehen zwei internationale Unternehmen aus den USA und Italien zur Seite – ein Projekt, bei dem die neuen Prüfmaschinen optimal zum Einsatz kommen.

Autor:
Holzi am 26. Aug. 2011 um 06:06 Uhr
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