Sägewerke – die „klimafreundliche“ Industrie



Energie aus nachwachsenden Rohstoffen ist heute in aller Munde – doch eigentlich ist diese CO2-neutrale Methode der Energieerzeugung nichts Neues: schon seit Jahrtausenden setzt die Menschheit Holz ein, um zu heizen oder Nahrung zuzubereiten.
Erst mit der Industrialisierung gewannen fossile Ressourcen wie beispielsweise Kohle und Erdöl zunehmend an Bedeutung, und die Bevölkerung sowie vor allem die schnell wachsenden Industrien setzten zunehmend diese vergleichsweise klima- und umweltschädlichen Energieträger ein.

Nur in der Säge- und Holzindustrie hat der Einsatz von Holz zur Energieerzeugung „überlebt“ und wurde hier kontinuierlich verbessert. Die effiziente Nutzung dieser nachwachsenden Ressource ist heute zeitgemäßer denn je, denn der „Brennstoff“ für die klimafreundliche Energie fällt bei der Herstellung von Holzprodukten praktisch „nebenbei“ an. Benötigt wird die Wärme für die technische Trocknung  von Schnittholz. In den Anlagen wird dabei weitgehend die Rinde der Baumstämme verwertet.

Die übrigen Reststoffe aus den Stämmen, sogenannte „Sägenebenprodukte“, die bei der Produktion von hochwertigen Hölzern für Möbel, konstruktiven Holzbau oder Innenausbau anfallen, werden zunächst beispielsweise in der Papier- und Holzwerkstoffindustrie verarbeitet. Anschließend liefert auch dieses Holz nach vielleicht mehrfacher Nutzung und Recycling in unterschiedlichen Produkten auf Holzbasis klimafreundliche Energie. Holz kennt also kein „Entsorgungsproblem“ – im Gegenteil.

Viele Unternehmen der Säge- und Holzindustrie arbeiten so heute weitgehend energieautark oder erzeugen sogar noch „überschüssigen“ klimafreundlichen Strom und Fernwärme für die Allgemeinheit. Schon jetzt liefern die modernen Biomasseheizkraftwerke der Betriebe einen Anteil von über 10% an der Stromerzeugung aus fester Biomasse . „Umgerechnet versorgen die Kraftwerke der Säge- und Holzindustrie in Deutschland heute weit mehr als 300.000 Haushalte(1) mit dieser CO2-neutralen Energie“, so Lars Schmidt, Vizepräsident des Bundesverbandes
Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD), „Und es ist durchaus mehr Potential vorhanden: Wir gehen davon aus, dass sich der Anteil noch deutlich steigern lässt.

Die deutsche Säge- und Holzindustrie ist somit bereits wesentlicher Bestandteil der klimafreundlichen Energieversorgung der Gegenwart - aber vor allem mit wachsender
Bedeutung in der Zukunft“. Dazu ist es aber nach Meinung von Carsten Doehring, Sprecher des Arbeitskreises „Kraft- Wärme-Kopplung“ im BSHD, erforderlich, dass die Rahmenbedingungen im Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) für die Säge- und Holzindustrie angepasst und praxistauglicher gestaltet werden: „Beispielsweise ist die vom Gesetzgeber beabsichtigte Förderung der Rindenverbrennung über den Nawaro-Bonus im EEG nicht ausreichend klar geregelt. Die Folge sind unterschiedliche Interpretationen des Gesetzestextes, die potentielle Investoren abschrecken.“

Das zusätzliche Potential für weitere Biomasseheizkraftwerke findet man vor allem in kleineren und mittelgroßen Betrieben der Säge- und Holzindustrie. In diesen Unternehmen ist eine Investition aber nur möglich, wenn neben den „Nawaro-Brennstoffen“ auch gelegentlich nicht gefördertes Material, wie beispielsweise Sägewerkshackschnitzel, ergänzend eingesetzt werden könnten, um Engpässe zu überbrücken. „Das ist nach dem derzeitigen EEG nicht möglich, da der Betreiber die Förderung aufgrund des ‚Ausschließlichkeitsprinzips’ bereits nach einmaligem Verstoß dauerhaft verlieren würde“, erläutert Doehring die Probleme mit dem EEG aus der täglichen Praxis weiter.

Dritte Kernforderung der Sägeindustrie zum neuen EEG ist die Aufnahme der technischen Schnittholztrocknung in die Positivliste zum „KWK-Bonus“: Trockenes Schnittholz ist mittlerweile für die Mehrzahl aller Anwendungen unumgänglich, das gilt insbesondere für Holz im Innenausbau, im Holzbau und der Möbelproduktion. Die traditionelle Lagerungstrockung hingegen ist heute daher keine Alternative mehr zu den modernen, technischen Trocknungsverfahren.

(1) bei einem Durchschnitt von 4000 kWh/Jahr je Haushalt

In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Säge- und Holzindustrie Deutschland (BSHD)

Autor:
Holzi am 22. Apr. 2010 um 06:00 Uhr
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