Waldzustandsbericht zeigt auch im Wald wird der Kimawandel immer deutlicher?



Der NABU beurteilt den Zustand der Wälder Baden-Württembergs nach wie vor kritisch. „Unser Wald bleibt Dauerpatient. Statt sich zu verbessern, hat sich sein Zustand sogar weiter verschlechtert, das ist alarmierend“, sagt der NABU-Landesvorsitzende Andre Baumann anlässlich der heutigen Vorstellung des Waldzustandsberichts 2014 in Stuttgart und ergänzt: „Unsere Bäume sind weiterhin einer enormen Dauerbelastung ausgesetzt.“ Während die Luftverschmutzung durch Schwefeldioxid sehr stark abgenommen hat, versetzt der Klimawandel die Wälder in Stress.

Besonders erschreckend sei, dass sich der Zustand der Buche so stark verschlechtert hat. Die Buche gilt eigentlich als sehr anpassungsfähig. Sie wäre von Natur aus die prägende Baumart in hiesigen Breiten. „Der vergangene Winter und das Frühjahr waren jedoch deutlich zu warm und zu trocken . Die negativen Folgen für die Buche: verstärkte Fruchtbildung und erhöhter Insektenbefall“, erläutert Baumann.

Die Auswirkungen des Klimawandels werden damit auch im Wald immer deutlicher. Es sind nicht nur Extremereignisse wie der Hitzesommer 2003, die unseren Wäldern zusetzen. Auch kleinere Anomalien wie milde Winter und ein trockenes Frühjahr bedeuten für unseren Wald Stress. „Während die Staatschefs der Welt in Peru gerade über ein neues Klimaabkommen verhandeln, ist der Klimawandel in unseren Wäldern längst angekommen“, bilanziert der NABU-Landeschef.

Ein weiterer Stressfaktor seien die nach wie vor viel zu hohen Stickstoffbelastungen aus Landwirtschaft und Verkehr. „Zu viel Stickstoff ist für den Wald wie für uns zu viel Zucker“, sagt Baumann. Während Stamm und Krone zulegen, stagniert das Wachstum der Wurzel, weil andere Nährstoffe fehlen und der Boden versauert. Die Bäume werden krank. Es sei Aufgabe der Politik, noch entschiedener gegen die hohen Stickstoffemissionen vorzugehen. Von Landwirtschaftsminister Bonde fordert Baumann daher, sich auf Bundesebene für eine Überarbeitung des Entwurfs der Düngemittelverordnung einzusetzen: „Das ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz des Waldes – und zugleich effektiver Klimaschutz.“

In Sachen Klimastabilität gelte es weiterhin auch die Jagd in den Blick zu nehmen. „Gerade Eichen und Tannen leiden in Baden-Württemberg unter zu hohem Wildverbiss", sagt der NABU-Landesvorsitzende. Sie würden als Hoffnungsträger im Klimawandel betrachtet, hätten aber vielerorts kaum eine Chance. „Vielfach werden sie von Rehen einfach weggefressen.“ Dieses ‚Waldsterben von unten‘ gelte es zu stoppen. „Jäger und Förster müssen gemeinsam für eine Vielfalt an heimischen Baumarten in unseren Wäldern sorgen“, betont Baumann.

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Holzi am 05. Dez. 2014 um 09:03 Uhr
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