Für die Zukunftsfähigkeit der Branche Tischler / Schreiner



Mit einer eindrücklichen Leistungsschau – anlässlich der Mitgliederversammlung des Spitzenverbandes des Tischler- und Schreinerhandwerks Ende November in Berlin – untermauerte TSD-Präsident Konrad Steininger den Stellenwert der Innungsorganisation als Schutzinstanz und Servicedienstleister einer leistungsstarken Branche.

Von sportlichen Zielen sprach Konrad Steininger, die man sich vor fünf, sechs Jahren gesetzt habe und die aus heutiger Sicht erreicht und teilweise sogar übertroffen wurden. So habe sich die Organisation nicht nur grundlegend modernisiert, sondern sei auch politisch deutlich präsenter als noch vor einigen Jahren.

Innung: Einmalige Schutzinstanz

Längst nicht selbstverständlich, sondern als Ergebnis zäher Verhandlungen seien Innungstischler/-schreiner von den Beiträgen der Sozialkassen des Baugewerbes ausgenommen. Auch die günstigeren Eingruppierungen von Mitgliedsbetrieben in den neuen Gefahrtarif der Berufsgenossenschaft resultierten aus dem Verhandlungsgeschick der Verbandsmanager, so Steininger.

Tatsächlich macht sich die Innungsorganisation an vielen Stellen zum Wohle ihrer Mitglieder stark und bietet den Unternehmen eine einmalige Schutzfunktion. Die Innungsbetriebe münzten diese Erleichterungen direkt in wirtschaftliche Leistungsfähigkeit um, erklärte Steininger. Dabei gaben die dafür ebenfalls wichtigen Standortbedingungen zuletzt wiederholt Grund zur Sorge.

Denn ob beim Mängelgewährleistungsrecht, bei der unangemessenen Auslegung von Zertifizierungsnachweisen bei öffentlichen Ausschreibungen oder der Aufzeichnungspflicht beim Mindestlohn, es bleibt einiges zu tun für den Erhalt angemessener Rahmenbedingungen. Dazu zähle auch, so der TSD-Präsident weiter, dass beispielsweise die tarifgebundene Innungsmitgliedschaft, ähnlich wie es die Politik jetzt beim Zeitarbeitsgesetz plane, belohnt werde. Sowohl Politik als auch Sozialpartner signalisierten bereits ihre Gesprächsbereitschaft.

Der Servicedienstleister
Wie man Innungsbeiträge zu handfesten Serviceleistungen macht, führte Steininger ebenfalls in seiner Bilanz aus. „Wer hätte gedacht, dass aus einem gemeinsamen Logo eine Branchenmarke erwächst?
Heute haben wir nicht nur dieses gemeinsame Erkennungszeichen, sondern ein klares und markenrechtlich geschütztes Erscheinungsbild mit Regeln für Produktgemeinschaften sowie einem tragfähigen
Lizenzsystem“, beschrieb der TSD-Präsident den Weg vom einheitlichen Verbandslogo zur Branchenmarke des Tischler- und Schreinerhandwerks.

Zum Nutzen der Betriebe

Nicht ohne Stolz verwies er beispielhaft auf die neue Internetpräsenz und die eindrucksvollen Messepräsentationen. Für Steininger zugleich Ausweis einer modernen Berufsorganisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die strategischen Herausforderungen der Branche zu meistern. Gleichzeitig zeigte der TSD-Präsident auf, wie die Betriebe direkt von den Neuerungen profitierten. Denn die Neuausrichtung der TSD-Nachwuchskampagne sei auch ein Beispiel dafür, wie Tischler Schreiner Deutschland die Professionalisierung der Innungsbetriebe in der Nachwuchsarbeit unterstütze.

Mit einem „Werkzeugkasten“ an Instrumenten, dem Ausbildungsblog, der Lehrstellenbörse und dem Ausbildungsbotschafterkonzept böten die Verbände ihren Mitgliedern zahlreiche Serviceleistungen „und alles auf kurzen digitalen Wegen über die gemeinsame Internetpräsenz“, betont Steininger. Dort fänden sich auch weitere Angebote wie Downloads zur Unterstützung der Qualitätssicherung in der Ausbildung, zu den Instrumenten des Branchenmarketings oder schlichtweg zu den Einkaufsvorteilen für Innungsbetriebe.

Zur Qualitätssicherung des Berufsstandes habe man außerdem die Meisterprüfungssätze erneuert und den Austausch professionalisiert. Es wurde ein Arbeitskreis gegründet, der sich mit der Erstellung von fachlichen Regelwerken direkt für die Branche beschäftigt und ein anderer, der die Vermarktung der Branche und ihres Leistungsangebots begleitet und forciert. Für Bestatter – immerhin gut zehn Prozent der Innungsbetriebe – konnte ebenfalls ein bundesweites Servicepaket präsentiert werden: mit neuer Homepage, Newsletter und weiteren Dienstleistungen.

Wichtige personelle Entscheidungen

Eine wichtige turnusmäßige Entscheidung stand ebenfalls in Berlin auf der Tagesordnung: Nach drei sehr arbeitsintensiven und erfolgreichen Jahren endete die Wahlperiode des TSD-Präsidiums. Bedarf für personelle Änderung sahen die Delegierten auch mit Blick auf die Leistungsbilanz des Präsidiums nicht und bestätigten mit überwältigender Mehrheit Konrad Steininger (Bayern) im Amt.

Als Vizepräsidenten wurden Heinz Pütz (Nordrhein-Westfalen) wieder- und Heino Fischer (Hamburg/Schleswig-Holstein) neu gewählt. Anton Gindele (Baden-Württemberg), der im vergangenen Jahr die Vize-Präsidentschaft von Ansgar Kuiter übernommen hatte, verzichtete auf eigenen Wunsch auf die Kandidatur als Stellvertreter und wurde als Präsidiumsmitglied bestätigt; ebenso Karlheinz Kramer (Sachsen) und Matthias Winter (Niedersachsen). Für Edgar Arend (Saarland), der nach zwölf Jahren aus dem TSD-Präsidium ausschied und ehrenvoll verabschiedet wurde, kam Reinhard Nau (Hessen) neu hinzu.

Autor:
Holzi am 01. Dez. 2015 um 12:52 Uhr
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