Auslandspraktika in der betrieblichen Ausbildung - ein Gewinn für Azubis und Betriebe



Während für Studenten ein Auslandssemester fast selbstverständlich ist, absolvieren bisher erst rund 4 Prozent der Auszubildenden in Deutschland ein Praktikum im Ausland. Oft fehlt es an Information und Unterstützung bei der Organisation. In der Europawoche bietet das Netzwerk „Berufsbildung ohne Grenzen“ daher allen Interessierten die Möglichkeit, sich zusätzlich über eine extra eingerichtete „Mobi-Hotline“ zu informieren.

Vier Wochen im italienischen Vicenza – das klingt nach Urlaub. Doch die vier Auszubildenden aus Oldenburg, zwei Maler und zwei Elektroniker für Gebäudetechnik, sind zum Lernen und Arbeiten in den Süden gereist. Nach einer Woche Intensivsprachkurs Italienisch absolvieren sie dreiwöchige Praktika in verschiedenen italienischen Betrieben. So lernt der angehende Maler Gazment Mislimi beim Streichen von Innenräumen landestypische Arbeitstechniken und Farben kennen; die Elektroniker-Lehrlinge Stanislav Schäfer und Kevin Hünnekens sammeln neue Erfahrungen in einem Betrieb, der Geräte für unterbrechungsfreie Stromversorgung sicherstellt, und in einer Firma für Brandmelde- und Sicherheitssysteme.

Natürlich gibt es nach getaner Arbeit auch Gelegenheit das Land näher kennenzulernen: Grachtenfahrt in Venedig, Mailänder Mode und Cappuccino am Gardasee. Abschluss ist die typisch italienische Pizza – hauchdünn und lecker! Und durch die Unterbringung in Gastfamilien bekommen die vier jungen Deutschen einen direkten Einblick in die italienische Lebensweise.

Brigitte Hefele, Mobilitätsberaterin der Handwerkskammer Oldenburg, hat die Auszubildenden und Betriebe bei der Organisation und Durchführung des Auslandsaufenthalts unterstützt. Sie ist überzeugt, dass jeder Lehrling während seiner Ausbildung ein Praktikum im Ausland absolvieren sollte. „Die jungen Menschen erweitern sowohl ihre fachlichen als auch sozialen Kompetenzen und entwickeln sich persönlich weiter“, so Hefele.

Auch die Betriebe profitieren davon. „Mit der Möglichkeit Auszubildenden und jungen Fachkräften ein Auslandspraktikum anzubieten, steigern sie einerseits ihre Attraktivität als Ausbildungsunternehmen und knüpfen andererseits wichtige Kontakte ins Ausland“, so Jutta Rathmann, Mobilitätsberaterin der IHK Siegen.

Da die Organisation solcher Praktika aufwändig und zeitintensiv ist, sind insbesondere kleinere und mittlere Betriebe hierbei auf Unterstützung angewiesen. Beratung bietet das Netzwerk der rund 40 Mobilitätsberater/innen an Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern im Rahmen des Programms „Berufsbildung ohne Grenzen“.

Das Programm „Berufsbildung ohne Grenzen“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Es wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Weitere Informationen unter www.mobilitaetscoach.de

Autor:
Holzi am 13. Mai 2014 um 07:23 Uhr
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