Strukturwandel in der Furnierbranche noch nicht zu Ende



Seit 2004 führt der Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz ) jährlich eine Umfrage in der deutschen Furnierbranche durch. Dieses Jahr haben wieder 39 Furnierwerke, Furnierhändler - mit und ohne Herstellerfunktion - und furnier - verarbeitende Unternehmen an der Umfrage teilgenommen.

35 der befragten Unternehmen sind mit einem Umsatzanteil von 72% im Binnenmarkt tätig. 3/4 der Befragten sind aktiv im Exportgeschäft mit einem Anteil von 27%. Davon gehen 19% in die EU und GUS, 8% bedienen die Märkte in Nordamerika, Asien und sonstigen Ländern wie Ägypten, Südafrika, Nahost usw. Der Gesamtexportanteil bei der Gruppe der Furnierwerke und der Furnierhändler mit Herstellerfunktion innerhalb des Teilnehmerkreises liegt mit 51% wesentlich höher als bei den Gruppen aus dem Furnierhandel (15%) und den furnier- verarbeitenden Unternehmen (20%).

42% der verkauften Furniermengen gehen an das Tischler- und Schreinerhandwerk und den Innenausbau . Der Anteil an der furnierverarbeitenden Industrie (Möbel-, Türen-, Platten-, Fußböden- und Paneelhersteller) verliert mit 31% an Bedeutung. Der Anteil am Holzhandel liegt bei 26%.

Wenn man sich innerhalb des Teilnehmerkreises die Gruppe der Furnierwerke und der Furnierhändler mit Industriefunktion näher betrachtet, liegt deren Anteil der verkauften Mengen an der furnierverarbeitenden Industrie bei 33%. In diesem Teilnehmersegment tritt der Holzhandel mit 47% als stärkste Kundengruppe in den Vordergrund.

Die Umfrageteilnehmer aus der Gruppe des Furnierhandels (ohne Industriefunktion) wiederum beliefern mit einem Mengenanteil von 72% überwiegend das Tischler- und Schreinerhandwerk und den Innenausbau.

Für die Furnierverwendung bleibt die Eiche Königin der Holzarten - ergänzt durch eine unglaubliche Vielfalt an Holzarten, die aufgrund ihrer Qualität, ihrer Maserung und ihrer Farbe zum Einsatz kommen.

Die Europäischen Holzarten finden in Deutschland trotz leichter Verluste mit einem Anteil von 58% nach wie vor große Verwendung. Gleich danach kommen die nordamerikanischen Holzarten, die mit 24% im Vergleich zum Vorjahr leicht zugelegt haben. Die tropischen Hölzer haben einen stabilen Anteil von 16%. Die Spezialitäten wie Riegelahorn, Vogelahorn, Pyramiden - und Maserfurniere liegen bei 2%.

Wie bereits erwähnt, bleibt die "Goldmedaille" der europäischen Holzarten fest in Händen der Eiche, die sich mit einem Anteil von 37% in etwa auf Vorjahresniveau bewegt. Buche verliert mit 16% ihre " Silbermedaille" als zweitwichtigste Holzart zu Gunsten von Ahorn (17%), gefolgt von der Esche mit 10% auf Platz 4. Auch bei den nordamerikanischen Hölzern ist die Eiche - überwiegend White Oak - mit 38% am meisten gefragt, direkt gefolgt von Nussbaum (32%) und Hardmaple (17%). Black Cherry fällt mit 11% weiter zurück.

Bei den tropischen Holzarten ist eine unglaubliche Vielfalt zu verzeichnen, die die ganze Holzfarbenpalette abdecken: Sapelli, Mahagoni, Palisander, Wengé, Makassar, Zebrano, Limba, Abachi , Sipo, Okoumé, Teak, Anegré, Koto, Makore, Khaya, Ziricote usw.

Der Strukturwandel in der Branche ist noch nicht zu Ende. In den vergangenen Jahren haben große Furnierunternehmen Deutschland verlassen oder verschwanden ganz von der Bildfläche. Der vorhandene Furniermarkt wurde neu aufgeteilt. Diese Neuaufteilung spiegelt sich in der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage der Branche wieder: 2/3 der Teilnehmer beurteilten die Lage rückwirkend für 2011 als zufriedenstellend, ja sogar bis sehr gut! Das 1. Quartal 2012 und die weiteren Aussichten für 2012 werden ebenfalls von 2/3 der Befragten als gut bis befriedigend eingeschätzt. 1/3 der Teilnehmer haben zur wirtschaftlichen Lage eine negative Beurteilung.

Autor:
Holzi am 01. Okt. 2012 um 14:07 Uhr
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