Säge- und Holzindustrie plädiert für Staatsforstbetrieb



Land, Kommunen und Vertreter des Bundeskartellamtes haben über mögliche Lösungsansätze im Kartellrechtsstreit diskutiert. Anlässlich einer Landespressekonferenz in Stuttgart berichtete Minister Bonde soeben über die neuesten Entwicklungen – erwartet wird die klärende Entscheidung im Kartellrechtsstreit. Beharrt das Bundeskartellamt auf einer strukturellen Trennung der Holzvermarktung aus dem Staatswald und dem Kommunal- oder Privatwald, hält der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) einen Staatsforstbetrieb für einen sinnvollen Kompromiss.

„Ziel muss eine Einigung sein, die auch nach dem Kartellspruch flächendeckend geordnete und möglichst umfassende Zuständigkeiten garantiert“, sagte DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt. Insbesondere die kosten- und personalintensive Aufgabe der Betreuung im Kleinstprivatwald sei von Landkreisen und Zusammenschlüssen allein nicht zu leisten . Nichtsdestotrotz biete die aktuelle Diskussion auch die Chance, den notwendigen Entwicklungsprozess im Nichtstaatswald hin zu effizienten und zukunftsfähigen Strukturen voranzutreiben.

Für den Nichtstaatswald (76 Prozent) könnten somit die unteren Forstbehörden bei den Gemeinden der Stadtkreise und den Landratsämtern zuständig bleiben. Wichtig dabei sei allerdings eine zentrale forstpolitische Steuerung. Für den Staatswald (24 Prozent) müsste hingegen eine eigene Organisation installiert werden. Dies hätte den Vorteil, dass Standards und Betreuung auf bewährt hohem Niveau blieben und die Holzmobilisierung im Privatwald intensiviert werde, so Schmidt. Die Praxis zeuge bereits von hervorragenden Beispielen für eine nutzbringende Kooperation.
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Hintergrund:

Die aktuelle Beschlussvorlage des Bundeskartellamtes richtet sich gegen die Holzvermarktung des Staatsforstes in Baden-Württemberg. Die Wettbewerbshüter wollen dem Land verbieten, Nadelholz von Kommunen und privaten Waldbesitzern zu vermarkten. Ein Verbot der gebündelten Holzvermarktung würde bestehende Forststrukturen zerschlagen und hätte weitreichende Folgen für Privat- und Kommunalwälder. Um eine Klärung herbeizuführen, debattierten jüngst die Vertreter des Landes, der Kommunen und des Bundeskartellamtes über Lösungsmodelle. Das Ergebnis der Diskussion und damit eine endgültige Entscheidung im Kartellrechtsstreit wird zum aktuellen Zeitpunkt in der Landespressekonferenz erwartet.

Autor:
Holzi am 14. Jul. 2014 um 14:08 Uhr
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