Ytong und pro:Holz NÖ gehen gemeinsame Wege



Der neue, erweiterte Landeskindergarten in Loosdorf ist das architektonische Ergebnis einer äußerst erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Xella Porenbeton Österreich und pro:Holz Niederösterreich. Das vorbildliche Pilotprojekt setzt erstmals die gemeinschaftliche Forschungsarbeit „Innovatives Bausystem – Mischbau aus Brettsperrholz und Ytong “ um und statuiert ein außergewöhnliches Exempel. Zusätzlich bietet die neue Bauweise den mehr als 300 niederösterreichischen Holzbaubetrieben neue Perspektiven und Chancen für zusätzliche Bauprojekte. Im September 2009 konnten die ersten Kindergartengruppen bereits einziehen.

Die bauliche Umgestaltung einer kommunalen Einrichtung mit einem völlig neuen Baumaterial beweist Mut und Innovationsfreude. Der Landeskindergarten im niederösterreichischen Loosdorf gilt als absolutes Vorzeigeobjekt, das für zukünftige Bauvorhaben vom Einfamilienhaus bis zur mehrgeschossigen, großvolumigen Architektur wegweisend ist. Das 1,8 Millionen-Euro-Projekt, das Anfang November 2008 begonnen wurde, konnte zügig und ohne Komplikationen durchgezogen werden. „Schnelles und sauberes Bauen mit großformatigen Elementen ist bei Ytong schon seit Jahren eine Selbstverständlichkeit. Dieses Know-how hat Ytong bei dem Projekt „Mischbausystem“ in Loosdorf ideal nutzen können. Die Kombination der beiden Baustoffe Holz und Porenbeton, in großformatiger Bauweise, hat sich als geniales System erwiesen“, streicht Ing. Claus Steiner, Geschäftsführer Xella Porenbeton Österreich, hervor.

Vorteile beider Materialien genutzt

Das innovative Bausystem – ein Mischbau, als Zusammensetzung aus Brettsperrholzplatten/Holzmassiv und Elementen aus Porenbeton für ein- oder mehrgeschossige Bauten – wurde beim Zu- und Umbau des Kindergartens in Loosdorf zum ersten Mal praktisch umgesetzt. Aus der Kombination der beiden Baustoffe ergeben sich klare Vorteile, die sich besonders positiv auf Bauzeit, Kosteneffizienz und bauphysikalische Eigenschaften auswirken. Die Bauobjekte sind in der Grundrissgestaltung äußerst flexibel und infolge einer Zeitersparnis von 50 Prozent rasch beziehbar. Beide Baustoffe ergänzen sich perfekt in ihrem statischen Verhalten und zeigen bauphysikalische Ähnlichkeiten auf. Biege-, Druck- und Zugfestigkeit beider Baustoffe werden ebenfalls intelligent für das Mischbausystem eingesetzt. Das Brettschichtholz wird als Überlager bei größeren Fensteröffnungen und vor allem als Auflager für die Brettsperrholzelementdecken integriert. In Sachen Brandschutz ergänzen sich beide Materialien genial: Ytong gilt als nicht brennbarer Baustoff, Holzkonstruktionen können die Brandwiderstandsklassen von REI30, REI60 und REI90 problemlos erreichen. „Ökologische Kriterien und der Faktor Zeit, spielen im Bauwesen eine immer bedeutendere Rolle. Eigenschaften, die vom Mischbausystem mit Ytong-Elementen und Holz erfüllt werden“, äußert sich Kommerzialrat Franz Schrimpl, Obmann pro:Holz Niederösterreich.

Flexible und effiziente Bauweise

Ytong-Wandtafeln machen Projekte grundsätzlich gut kalkulierbar. Das bezieht sich nicht nur auf die präzise Elementierung und die termingerechte Lieferung an die Baustelle, sondern auch auf den prognostizierten, zügigen Baufortschritt, ohne dabei Genauigkeit und Qualität einzubüßen. Großflächige und genau bemessene Elemente lassen das Bauvorhaben rasch und unkompliziert voranschreiten. Auch der hohe Vorfertigungsgrad von Holz macht sich in wirtschaftlicher Hinsicht bei der Bauzeit stark bemerkbar. Bis zu 80 Prozent der Holzbauelemente werden in Hallen fertig produziert und reduzieren die Montagezeit auf ein berechenbares Minimum. Das Mischbausystem von Ytong-Elementen und Holz ermöglicht eine hohe planerische Flexibilität und damit eine bessere Raumausnützung. Außerdem ist jeder Baustandard möglich – vom Niedrigenergie- bis zum Passivhaus.

Aber nicht nur in bautechnischer Hinsicht ist die neue Mischbauweise eine langfristige Investition, sondern auch in Hinblick auf eine Regionen- fördernde wirtschaftliche Zukunft. Durch die Anpassungsfähigkeit des Systems kann jedes ausführende Unternehmen auf individuelle Wünsche von Kunden reagieren und gewinnt dadurch an Kompetenz und Attraktivität, wodurch im Weiteren, Arbeitsplätze gesichert werden können.

Umweltfaktor groß geschrieben

Auch in umweltrelevanter Hinsicht ergeben sich viele positive Aspekte, die eindeutig für die neue massive Mischbauweise sprechen. Ytong – Partner von klima:aktiv und ausgezeichnet mit dem natureplus-Zertifikat – benötigt bei der Herstellung nur die Hälfte der Energie von vergleichbaren mineralischen Massivbaustoffen. Holz hingegen zieht als nachwachsender Rohstoff eine positive CO2-Bilanz. Damit gelingt eine veritable Einsparung bis zur zweifachen Jahresmenge an CO2-Emissionen pro Österreicher bei einem Einfamilienhaus. Das Beispiel Kindergarten Loosdorf entlastet die Umwelt schon allein durch die Verwendung um rund 96 bis 120 Tonnen Kohlendioxid, was in etwa dem 12-15-fachen der jährlichen Pro-Kopf-Emission in Österreich entspricht.

Umweltbewusstes Denken ist einer der essentiellen Leitfäden bei der Entwicklung des neuartigen Mischbausystems aus Brettsperrholz und Ytong, das sich nicht zuletzt in behaglichem Wohnklima durch seine warm erscheinende Oberfläche, der Langlebigkeit und Wertbeständigkeit dieser hochwertigen Produkte, sowie durch wärmebrückenfreies Bauen - umgesetzt durch einfache Einarbeitung von Anschlussdetails - manifestiert. Insbesondere Holz vermag Luftfeuchtigkeit zu regulieren und schädliche Substanzen aus der Raumluft zu absorbieren. Die ersten Nutznießer dieser revolutionären Entwicklung sind vier Kindergartengruppen, die sich seit Kurzem von den Vorzügen des Materials überzeugen können.

Best Practise – Kindergarten in Niederösterreich bereits ausgezeichnet

Bereits ein Vorzeigeprojekt ist der neue, erweiterte Landeskindergarten in Loosdorf. Dieser wurde im Rahmen des Forschungsprojektes „Innovatives Bausystem- Mischbau aus Brettsperrholz und Ytong“ entwickelt und geplant. Die Träger des Forschungsprojektes waren Xella Porenbeton Österreich und proHolz Niederösterreich mit Unterstützung des Landes NÖ. Baubeginn des 1,8 Millionen-Euro-Projektes war im November 2008, im September des Folgejahres war der Kindergarten bereits in Betrieb. Weiters zählte der Bau auch zu den fünf Besten unter allen eingereichten Projekten beim von der WKO Niederösterreich ausgeschrieben großen Preis der Sparte Handwerk&Gewerbe „Kreativ in die Zukunft“ in der Kategorie Technische Innovation.

Rekordverdächtige Fakten

Das innovative Bausystem „Mischbau“ ermöglicht durch sein Konzept im Elementbau eine rasche, witterungsunabhängige Bauabwicklung. Aber es zählen auch die „inneren“ Werte, die zu einem beträchtlichen Teil zum Tragen kommen. „Die Anforderungen an Baumaterialien in Hinblick auf Energieeffizienz und ökologische Nachhaltigkeit verschärfen sich zunehmend. Die Situation stellt für Xella, den weltweit größten Hersteller von Porenbeton, eine große Chance dar. Ytong besitzt nämlich den besten Wärmedämmwert am Baustoffmarkt und verbraucht in der Herstellung nur halb so viel Primärenergie wie herkömmliche massive Wandbaustoffe“, sagt Ing. Claus Steiner. „Mit Ytong und Ytong Multipor hat die Xella-Gruppe ein perfekt aufeinander abgestimmtes Bausystem – bestehend aus massivem Bau- und Dämmstoff. Der Bauherr kann sich mit Ytong bzw. der Kombination Ytong mit Ytong Multipor von massiv monolithisch (U-Wert 0,17 W/m²K) bis Passivhausstandard entscheiden.“

Autor:
Holzi am 10. Dez. 2009 um 14:46 Uhr
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